ASV Duisburg erfolgreich am Ring

Einen echten Knaller landete der ASV Duisburg am vergangenen Wochenende in der Eifel. Entgegen allen Erwartungen siegte Lisa Müller beim Zehn-Kilometer-Lauf auf dem legendären Nürburgring. Die Großveranstaltung „Rad und Run am Ring“ wird immer mehr zu einem der größten Sportevents Deutschlands. Umso erstaunlicher für die Duisburger Ausdauersportler, dass eine Läuferin aus ihren Reihen als Gesamtsiegerin hervorgeht. Trotz sengender Hitze setzte sich Lisa Müller im Hauptlauf durch und erreichte als Gesamtvierte und erste Frau nach 40: 51 Minuten das Ziel.

kleines Gruppenfoto

Der ASV war mit einer Riesenmannschaft zum Ring gereist. Ein Doppeldeckerbus war notwendig über die fast achtzig Sportler aufnehmen zu können. Hintendran ein großer Spezialanhänger, der die fünfundzwanzig Rennräder geladen hatte. Gleich nach Ankunft begaben sich die Rennfahrer auf die Strecke entlang der legendären Nordschleife. Man hatte im Vorfeld die Auswahl, sich an einem der offiziellen Radrennen über 70 oder 140 km mit Zeitnahme und Platzierungen zu beteiligen, oder sich für eine Touristikfahrt mit Rundenanzahl in eigener Wahl zu entscheiden. Zwar war die Schwere der Strecke für alle gleich, doch während sich die Touristikfahrer an der Verpflegungsstation auf halber Strecke und nach jeder Runde ausruhen konnten, ging es für die Rennteilnehmer weniger gemütlich zu. Über 70 km, also drei Runden a 23 km und 500 Höhenmeter, finishten Stefan Momm nach 2:20.41 Std und Nicole mager nach 3:24:38 Std. Über 140 km Marco Link nach 4:34:23 Std.

Am Sonntag gingen dann die Läufer an den Start. Hier hatte man die Wahl zwischen 5, 10 und 23 km. Während die Läuferinnen und Läufer der beiden kurzen Strecken eine oder zwei Runden auf der Grand-Prix-Strecke absolvieren konnten, also eine relativ flache Laufstrecke vorfanden, mussten die Teilnehmer des verlängerten Halbmarathons, ebenso wie ihre radelnden Kollegen am Vortag, die berüchtigte Nordschleife in Angriff nehmen. Hier gehen die Meinungen weit auseinander, was den Schwierigkeitsgrad angeht. Die einen sagen, das extrem steile Gefälle auf der ersten Hälfte hinunter nach Breitscheid wäre der schwierigere Teil, die anderen behaupten das gleiche vom brutalen Anstieg zur hohen Acht und nach weiter hinauf zum Zielgelände. Erschwerend kam für alle das extrem heißt Wetter hinzu. Ausgerechnet an diesem Wochenende schickte Petrus pralle Sonne zur Erde hinunter und nicht eine einzige Wolke spendete Schatten. Es war halt ein echtes ASV-Wochenende. Während die Halbmarathonis sich durch die „grüne Hölle“ quälten, spulten die Teilnehmer der kurzen Strecken in Pensum ab. Zunächst waren die 5 kmLäufer dran. Hier setzte zunächst de erst Fünfzehnjährige Nils Müller Akzente. Er lief als Gesamtsiebter und erster seiner AK nach 20:22 Minuten durchs Ziel. Etwas länger, aber nicht weniger anstrengend, war es für Resi Brazda mit 35:41 Minuten, womit sie ihre AK W 50 souverän gewann, mit 35:42 Minuten für Regina Junker, mit 35:48 Min für Ulrich Kawula und mit 47:08 Minuten für Silvia Dobrovsky. Dann schlug die Stunde von Lisa Müller beim Zehnkilomterlauf. Nach der ersten Runde noch mit leichtem Rückstand an zweier Stelle liegend holte sie auf dem zweiten Abschnitt mächtig auf und kam mit deutlichem Vorsprung vor ihrer Verfolgerin nach 40:51 Minuten als erste ins Ziel. War der Ansager ohnehin schon von dem enormen Teilnehmerfeld des ASV begeistert, es gab bei achtzig Teilnehmern ja fast ständig einen Duisburger vorzustellen, so überschlug er sich bei der Zielankunft von Lisa Müller förmlich. Ein toller Erfolg für die junge Duisburgerin, zumal mit ihm niemand, sie schon gar nicht, gerechnet hatte. Nach Lisa Müller konnten zwei weitere ASV’er einen AK-Sieg erringen: Daniela Faure gewann die AK W 35 in 47:28 Minuten und Rene Römerscheid die AK M 30 in 42:41 Minuten. Zwei zweite AK-Plätze errangen Felix Brüll in 47:28 Min die AK M 55 und Simon Lipinski die AK MJ A in 52:49 Min. Ebenfalls auf dem Podion stand noch Adriano Pirronelo, der mit 47:23 Min den dritten Platz in der AK M 35 belegte. Die Zeiten der übrigen ASV’er über zehn Kilometer: Thorsten Höhling 50:47 Min., Josef Rütten 1:01:01 Std., Klaus Scheerer 1:01:34 Min., Holger Schicht 1:03:51 Std., Franz Nalbach 1:05:22 Std. und Jutta Ziemann 1:07:25 Min.

Im Laufe der Zeit vermischte sich der Zieleinlauf mit den Ankömmlingen des Halbmarathons. Schnellster ASV’er war Tobias Jazbec in 1:53:47 Std., dicht gefolgt von Markus Ziemann in 1:54:02 Std. und Michael Beier in 1:57:17 Std. Während Christian Mager schon am Vortage wegen Magenprobleme das Radrennen abbrechen musste und sich nun beim Lauf ebenfalls enorm quälen musste, aber dennoch nach 2:03:45 Std. das Ziel erreichte, demonstrierte Petra Krallmann-Brüll einmal mehr, was eine gut trainierte Ausdauersportlerin zuleisten im Stande ist. Nachdem sie am Vortage bereits vier Radrunden gefahren war, lief sie nun ohne ersichtliche Anstrengungen nach 2:05:56 Std. als zweite der AK W 40 durchs Ziel und hatte damit ihr Vorhaben umgesetzt, nämlich ein verschärftes Training als Vorbereitung für den Start beim Ironman auf Hawaii, für den sie sich beim Triathlon in Frankfurt qualifiziert hatte. Ebenfalls als Härtetest nahm Nicole Kons das Wochenende auf sich. Zunächst fuhr sie am Samstag nicht weniger als sechs Runden, bewältigte also über dreitausend Höhenmeter und lief dann am Sonntag nach 2:06:43 Std. durchs Ziel, womit sie Platz drei in de AK W 30 belegte. Die Zeiten der übrigen ASV’er: Theo Wagner in 2:05:42 Std., Michael Behnsch in 2:06:11 Std., Marco Link in 2:11:20 Std., Dieter Echtenbruck in 2:12:18 Std., Dirk Pfeiffer in 2:15:09 Std. und Stefan Bäumer in 2:15:42 Std..

Den größten Beweis seiner Ausdauerfähigkeit aber stellte Josef Rütten an diesem Wochenende unter Beweis. Er nahm am Samstag als einer der wenigen, die sich dem 24-Stunden-Rennen als Einzelstarter stellten, sage und schreibe zwölf Runden der Nordschleife auf sich und lief dann am Sonntag noch die zehn Kilometer in 1:01:01 Std. Eine bewundernswerte Leistung.

Mit dieser Fahrt zum Nürburgring beendete der ASV eine mehrjährige Reisepause. Waren derartige Touren früher eine jährliche Dauereinrichtung, hatte man dies in den letzten Jahren etwas vernachlässigt. Aber die tollen Erfolge und die einmalige Atmosphäre am Ring haben den Vorstand dazu bewogen, bereits jetzt die Weichen für eine Wiederholung im nächsten Jahr zu stellen. Noch vor Ort wurde ein ganzes Hotel reserviert. So wird die Nürburgring GmbH auch in 2008 den ASV wieder als teilnehmerstärkste Gruppe vorstellen können. Und hoffentlich mit gleichen, oder sogar noch besseren Ergebnissen.


Foto: kleines Gruppenfoto (von linksim Uhrzeigersinn: Nicole, Thorsten, Rene, Frank, Werner, Nils, Tobi und Lisa