28.10.2007 - Ultramarathon über 63,3 KM beim 7. Remscheider Roentgenlauf

Bericht von Dirk Pfeiffer

Es lief alles nach Plan. Bis auf eine Erkältung vier Wochen vor dem Start, wodurch ich einen 3-Stundenlauf ausfallen lassen musste, lief die Vorbereitung schon optimal. Neben bereits 15 Wettkämpfen in dieser Saison und dem normalen Grundlagen- und Tempotraining fügte ich noch vier 3-Stundenläufe (je ca. 36 KM), einen 30 KM-Lauf und noch einen 3,5-Stundenlauf (um 41 KM) hinzu, um mich für das Topevent dieses Jahres vorzubereiten. Alle langen Trainingsläufe machte ich entweder auf der Moerser Halde in Utfort, am Hülser Berg in Krefeld oder Rottweg im Duisburg-Mülheimer Wald

Dirk PfeifferDa ich ja 2005 die 73,7 KM am Rennsteig knapp unter 7 Stunden gelaufen war und dieser Lauf also noch 10 KM mehr hatte und die Höhendifferenz noch mehr ist, hatte ich mir für den Roentgenlauf (ca. 1100 Höhenmeter) auf jeden Fall eine Zeit unter 6 Stunden gesetzt – und es hat souverän geklappt.:

5:42:25 Stunden und ich habe wohl alles richtig gemacht.
Auch das Wetter spielte mit – trocken und so zwischen 8 und 10 Grad Celsius, genau richtig für eine so eine lange Strecke. Die Versorgung an der Strecke war ebenfalls bestens, es gab insgesamt 16 Verpflegungsstände mit Wasser, Tee, Iso, Cola und Bananen und ich hatte mir noch 3 Packs Powerbar-Gel eingesteckt.

Aufgrund der Distanz ist es hier üblich, dass man sich den Lauf in 3 Etappen einteilt, nämlich in 3 Halbmarathons.

Den ersten HM lief ich kurz entschlossen doch im 5er Schnitt, den beherrsche ich gut im Training und da mache ich mich nicht kaputt. Außerdem ist die 1. Etappe auch vom Profil her die einfachste. 351 m rauf und 467 runter. Zwischenzeit: 1:45:09.

Dann wurde ich automatisch und aus Respekt vor der Strecke etwas langsamer und die 2. Etappe bis zum Marathon war dann schon etwas knackiger für die Hüftbeugermuskulatur. 437 m hoch, 404 m runter. Zwischenzeit: 1:55:50, also knapp 3:41 bei Marathon.

Es war bereits ein erhabenes und stolzes Gefühl, beim Zieleinlauf der Halbmarathonis weiterzulaufen, aber im Zielbereich der Marathonis weiterzulaufen, war schon sagenhaft und es waren hier sehr viele begeisterte Zuschauer, die mich frenetisch nach vorne peitschten. Unmittelbar danach gings ca. 4 KM steil bergauf, sogar eine ca. 20-stufige Treppe war dabei. Bei KM 50 hatte ich dann eine Zwischenzeit von 4:24:03 und brauchte für den Halbmarathon Nr. drei 2:01:25, der war auch der schwerste. Nicht nur, weil ich schon so lange unterwegs war und die Kräfte dadurch natürlich schwinden, sondern der geht auch wieder mehr hinauf, als bergab. 312 m hoch und 229 m runter. Vor allem ca. 2 KM vor dem Ziel muss man sich einen langen KM steil bergauf schleppen und ich viel sicher auf einen 7er oder 8er Schnitt ab. Die letzten 500m gehen dann - Gott sei dank – bergab und das Gefälle, die Gewissheit, es geschafft zu haben und die vielen Zuschauer ließen mich ins Ziel fliegen. Alles in allem habe ich den Lauf gut überstanden und hatte eigentlich keinen Einbruch unterwegs. Natürlich musste ich an den zahlreichen Steigungen beißen, konnte es aber dafür bergab rollen lassen. Obwohl hier auch sehr steile Abstiege dabei waren, die auch sehr weh tun können, vor allem in den Knien.

Insgesamt finishten 458 TeilnehmerInnen, 385 Männer und 73 Frauen, von denen nur 2 an mir vorbeikamen. Im Gesamteinlauf der Männer wurde ich 50.. In meiner Altersklasse, M 45, finishten 94 Teilnehmer, von denen ich 7. wurde. Oder auch 6. – denn Leonard Wilfried, vom MSV Duisburg LT, lief exakt dieselbe Zeit wie ich! Schließlich erreichte ich den 5. Platz in der AK bei der Deutschen Meisterschaft im Cross- und Landschaftslauf 2007 der Deutschen Ultamarathon Vereinigung e. V. (DUV). Näheres siehe auch unter dem Link: www.roentgenlauf.de

Bild Dirk Pfeiffer